Ausbildung

Psychische Probleme bei Azubis nehmen zu

12.02.2026

Psychische Erkrankungen zählen bei Auszubildenden zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen. Foto: djd/IKK classic/Getty Images/Maskot

Psychische Erkrankungen zählen bei Auszubildenden zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen. Foto: djd/IKK classic/Getty Images/Maskot

© Getty Images/Maskot

Münsterland (djd). Stress, Einsamkeit, Angstzustände: Psychische Probleme sind längst kein Randthema mehr bei jungen Menschen. Laut der Studie „Jugend in Deutschland 2024“ haben seelische Belastungen seit der Corona-Pandemie stark zugenommen – und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Das macht sich auch in der Berufsausbildung bemerkbar. Daten der IKK classic zufolge stieg der Anteil psychischer Erkrankungen am Krankheitsgeschehen bei Auszubildenden von 12,5 Prozent im Jahr 2022 auf 13,6 Prozent im Jahr 2024.

Auf Platz zwei der häufigsten Krankheiten

Damit liegen diese Auffälligkeiten mittlerweile auf Platz zwei der häufigsten Krankheitsursachen von Auszubildenden nach den Atemwegsinfekten. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Branchen. Während in der Industrie rund jeder fünfte Auszubildende von einer psychischen Erkrankung betroffen ist, liegt der Anteil im Handwerk mit 10,7 Prozent deutlich niedriger. „Mögliche Gründe hierfür könnten sein, dass körperliche Bewegung, feste Tagesstrukturen und ein starkes Wir-Gefühl in den Handwerksbetrieben einen positiven Einfluss auf die mentale Gesundheit haben“, so Frank Hippler, Vorstandsvorsitzender der Innungskrankenkasse.

Warnzeichen frühzeitig erkennen

Für Ausbilder und Betriebe ist es entscheidend, seelische Belastungen frühzeitig zu erkennen. Warnsignale können etwa sozialer Rückzug, Stimmungsschwankungen oder häufige Krankmeldungen sein. „Diese Anzeichen müssen nicht zwangsläufig eine Krankheit bedeuten, sie deuten aber oft auf Überlastung hin. Ausbilder sollten in solchen Fällen aufmerksam sein und frühzeitig ein Gespräch suchen“, sagt Hippler.

Spezielle Hilfsangebote nutzen

Zur Unterstützung der psychischen Gesundheit stellt die Krankenkasse verschiedene Angebote zur Verfügung. Präventionsprogramme an Berufsschulen greifen Themen wie Stressbewältigung und einen gesunden Umgang mit Belastungen auf. Ergänzend setzt der Versicherungsträger auf digitale Formate: Im Podcast „Ausbildung? Machen wir.“ sprechen Fachleute und Betroffene unter anderem über Stress, Mobbing und Krisen in der Ausbildung. Für Akutfälle gibt es zudem die App „mentalis CareNow“, die Jugendlichen zwischen 13 und 21 Jahren kurzfristige Hilfe bietet – etwa durch telepsychologische Begleitung und Strategien zur Bewältigung von Krisen.

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