Bauen & Wohnen

Wie schütze ich mein Haus?

01.10.2026

Wetterextreme werden in Zukunft häufiger sein.© VZ NRW /adpic“.

Wetterextreme werden in Zukunft häufiger sein. © VZ NRW /adpic“.

Münsterland. Hitze, Sturm, Überschwemmungen und Starkregen stellen Gebäude zunehmend vor große Herausforderungen. Hohe Temperaturen führen zur Überhitzung von Innenräumen, während Starkregen die Kanalisation überlasten und Überflutungen verursachen kann.

„Eigentümer haben zahlreiche Möglichkeiten, sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und selbst aktiv zu werden“, fasst Elke Liening, Leiterin bei der Verbraucherzentrale NRW in Gronau, zusammen und erläutert, worauf sie achten sollten. „Wer sein Haus wetterrobust, energiesparend und klimaschonend gestaltet, schützt sich vor Wetterextremen und steigert gleichzeitig den Wohnkomfort.“

Schutz vor Starkregen und Überschwemmungen

Starkregenereignisse treten immer häufiger, intensiver und unvorhersehbarer auf. Kann Regenwasser nicht ausreichend versickern oder abfließen, drohen Kellerüberflutungen, Schäden an Gebäuden und überlastete Kanalsysteme. Besonders gefährdet sind Keller und tiefliegende Räume, in denen sich Wasser schnell sammeln kann. Auch das Abwassersystem kann bei Starkregen an seine Grenzen stoßen. Das Wasser staut sich dann bis zur sogenannten Rückstauebene – meist auf Höhe der Straßenoberkante oder darüber – und kann über tiefer gelegene Abflüsse in das Gebäude eindringen.

Schutz bieten hier bauliche Sicherungen wie Rückstauverschlüsse sowie druckwasserdichte Fenster und Türen. Vorbeugend helfen außerdem begrünte Dächer und entsiegelte Flächen. Sie speichern Regenwasser, entlasten die Kanalisation und ermöglichen dem Regen, direkt auf dem Grundstück zu versickern und zu verdunsten. Gerade bei Starkregen können be-grünte Flächen dazu beitragen, Überflutungen zu vermeiden. Auch spezielle Retentionsgründächer, die Regenwasser zeitweise speichern und verzögert kontrolliert abgeben, sind eine sinnvolle Lösung. Sie verringern das Überschwemmungsrisiko und reduzieren die Rückstaugefahr bei lokalem Starkregen.

Grüner Hitzeschutz

Die Sommer werden heißer – doch Pflanzen können helfen, das Haus ohne zusätzlichen Strom zu kühlen. Begrünungen auf Dach, Fassade und im Garten verbessern das Mikroklima durch Schatten, Verdunstung und Wasserspeicherung. Bäume und Sträu-cher spenden gezielt Schatten für Wände, Wege sowie Terrassen und verhindern, dass sich Gebäude und Boden stark aufheizen.

Wer seine Fassadenbegrünung anlegt, kann die Wandtemperatur um bis zu 15 °C senken. Besonders empfehlenswert sind Kletter-pflanzen an Rankhilfen mit Abstand zur Fassade. Dadurch entsteht ein isolierendes Luftpolster, das den Kühleffekt zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig geben Pflanzen über ihre Blätter Wasser an die Umgebung ab. Diese Verdunstungskühlung entzieht der Luft Wärme und wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Auch die Entsiegelung von Flächen trägt zur natürlichen Kühlung rund ums Haus bei. Versiegelte Flächen speichern viel Wärme und heizen sich stark auf. Werden Flächen entsiegelt, kann Regenwasser wieder versickern, von Pflanzen aufgenommen werden oder verdunsten – das verbessert das Mikroklima spürbar. Durchlässige Materialien wie Rasengittersteine oder offenes Pflaster eignen sich besonders für Wege oder Stellplätze. Bereits kleine Flächen haben einen positiven Effekt.

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