Lokales

Gemeinschaft, die wächst

11.01.2026

Barbara Basner-Stoffers (l.) und Birgit Schüler berichten vom Leben im Mehrgenerationen-Wohnprojekt „Tapetenwechsel“.

Barbara Basner-Stoffers (l.) und Birgit Schüler berichten vom Leben im Mehrgenerationen-Wohnprojekt „Tapetenwechsel“.

Borken. Fast fünf Jahre nach dem Einzug der ersten Bewohnerinnen und Bewohner zieht das Mehrgenerationen-Wohnprojekt „Tapetenwechsel“ an der Christa-Wolf-Straße eine positive Bilanz des gemeinschaftlichen Wohnens. Am kommenden Familiensonntag im FARB am 18. Januar beteiligen sich Mitglieder des Vereins im Museumscafé mit Kaffee und Kuchen und sind damit erneut Teil des Familienprogramms.

Gemeinschaft, die trägt

Im „Tapetenwechsel“ leben heute 53 Menschen aller Generationen zusammen – Familien, Paare, Alleinstehende sowie Seniorinnen und Senioren. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei rund 43 Jahren, zu Beginn waren es etwa 36, was zeigt, wie sehr sich das Projekt in den vergangenen Jahren entwickelt und stabilisiert hat.

​Die drei Reihenhäuser und drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 27 Wohnungen bieten jeweils eine eigene Wohnung mit Balkon oder Terrasse sowie Gemeinschaftsräume, ein Gästezimmer, eine Werkstatt, Fahrradstellplätze und Freiflächen zur gemeinsamen Nutzung – zum Beispiel bei Feiern.

Alltag mit festen Ritualen

In der Anfangszeit drehte sich vieles um Einzug, Ankommen und Einrichten, berichten die beiden Bewohnerinnen Birgit Schüler und Barbara Basner-Stoffers. Schnell sei dabei deutlich geworden, dass jede und jeder ein eigenes Bild davon hat, was „Gemeinschaft“ konkret bedeutet – und dass es Zeit braucht, um gemeinsame Regeln und Formen des Miteinanders zu finden.

Heute sorgen ein gewählter Bewohnerrat mit fünf Mitgliedern und ein Jahresplan dafür, dass Informationen gut fließen und Aufgaben verteilt werden. Zum Programm gehören neben den verpflichtenden monatlichen Bewohnertreffen in loser Folge weitere Termine, bei denen alle mitmachen können, die möchten: ein Sonntagsfrühstück und ein offenes Sonntags-Café, Aktionstage im Frühjahr und Herbst („Hand-und-Spann-Tage“), ein „Flying Dinner“, bei dem jede und jeder etwas zum Menü beiträgt, eine Suppenküche, ein freitäglicher Kaffeetreff im Gemeinschaftsraum, Kinoabende und ein Lesetreff. Diese Angebote sind für viele ein Highlight: „Toll ist es, zu sehen, was geschafft wird, wenn alle anpacken“, erzählt Birgit Schüler. „Verhindert sein an den Hand- und Spanntagen, bei denen zweimal im Jahr gemeinschaftlich zur Verminderung der Nebenkosten gearbeitet wird, löst zum Beispiel eher Bedauern als Freude aus“.

Platz für Engagement – auch im Kleinen

Innerhalb der Hausgemeinschaft haben sich zahlreiche kleine Gruppen gebildet, die eigene Projekte umsetzen. So arbeitet etwa Bewohnerin Barbara Basner-Stoffers im Sommer regelmäßig mit den Kindern im Garten: Jedes Kind hat sein eigenes Hochbeet und darf beim Säen und Ernten eigene Erfahrungen sammeln. Im Winter wird gemeinsam gekocht, gegessen und erzählt – ein wichtiger Baustein für das Miteinander von Jung und Alt.

Engagement im FARB und Blick nach außen

Mehrmals im Jahr richtet der Verein „Tapetenwechsel“ im Rahmen der Familiensonntage das Museumscafé im FARB mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen aus. Am Sonntag, 18. Januar, übernimmt der Verein erneut den Dienst. Besucherinnen und Besucher können dort eine Pause einlegen, Kuchen genießen, die Ausstellung im Stadtmuseum entdecken – und gleichzeitig mit Menschen ins Gespräch kommen, die im „Tapetenwechsel“ leben und gern über diese alternative Wohnform berichten.

Ansprechpartner für alle, die Ähnliches planen

Der Weg von der ersten Idee zum fertigen Wohnprojekt war lang und verlangte der Gruppe viel Geduld ab: Von der Gründung des Vereins im Jahr 2016 über die Suche nach einem Grundstück bis hin zur Zusammenarbeit mit Investor und Architekt mussten viele Schritte gemeistert werden. Diese Erfahrung möchten die Mitglieder nicht für sich behalten.

Wer sich für das Wohnprojekt interessiert oder selbst ein ähnliches Mehrgenerationen-Wohnen plant, kann sich gerne an den Verein wenden. Die Mitglieder stehen mit Tipps und Informationen zur Verfügung, berichten über ihre Erfahrungen und erläutern auf Wunsch, wie das Projekt in Borken entstanden ist – von den ersten Treffen bis zum Einzug in die Wohnungen.

Gemeinsame Aktivitäten wie das Neujährchen-Backen gehören dazu.

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