Mit Gräsern einen naturnahen Garten gestalten. Foto: elegrass
Münsterland. Der klassische Rasen hat es als Gartenfläche derzeit nicht leicht. Wer ihn ganzjährig in bestem Zustand halten will, muss mähen, düngen, vertikutieren und in trockenen Sommern auch noch wässern. Dafür braucht es viel Einsatz und die ausgeprägte Vorliebe für akkurat gepflegtes Grün. Immer häufiger aber wächst das Interesse an naturnahen Gartenräumen, an vielfältigen Pflanzungen und an Flächen, die weniger Arbeit machen und dennoch lebendig wirken.
Solche Gärten folgen nicht mehr der Idee totaler Kontrolle. Sie entwickeln ein Eigenleben, bringen Bewegung und Überraschungen in die Fläche und schaffen zugleich neue Lebensräume. Wer das ökologisch langweilige Rasengras ersetzen will, denkt deshalb zunehmend an Wiesen, Wildblumen oder bodendeckende Gräser. Gerade Gräsergärten gelten inzwischen als attraktive Alternative, weil sie Struktur, Ruhe und Leichtigkeit verbinden.
Die Auswahl in dieser Pflanzengruppe ist groß. Sie reicht von niedrigen, kissenartigen Arten bis zu hohen, eleganten Formen mit auffälligen Rispen. Für kleine Flächen im Vorgarten eignen sich immergrüne, bodendeckende Gräser besonders gut. Nach einer anfänglichen Phase mit etwas Pflege und regelmäßigem Jäten entstehen dauerhaft pflegeleichte Flächen, die sich im Jahreslauf immer wieder verändern und trotzdem ganzjährig ansprechend bleiben.
Ein solcher Garten lässt sich gut mit Stauden und Zwiebelblumen ergänzen. So entstehen wechselnde Gartenbilder, die nicht nur dekorativ wirken, sondern auch Vögeln, Kleinsäugern und Insekten Rückzugsorte bieten. Wer Gräser mit verschiedenen Wuchshöhen, Laubfarben und Blütezeiten kombiniert, kann harmonische Flächen gestalten, die natürlich wirken und dennoch bewusst komponiert sind. Besonders robust zeigen sich viele gängige sommergrüne Gräser wie Miscanthus, Panicum oder Pennisetum. Sie gelten als deutlich trockenheitsresistenter und hitzetoleranter als Gebrauchsrasen.