Endlich Feierabend: Die Beleuchtung wird nach und nach wärmer und gedämpfter. Foto: licht.de/Signify
© MK2-6
Münsterland. Wenn am 25. Oktober die Uhren von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt werden, freuen sich die meisten von uns über eine Stunde mehr Schlaf. Doch schnell zeigt sich: In der darauffolgenden Zeit fühlen wir uns nicht unbedingt ausgeschlafen. Denn der Wechsel greift in den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus ein, der eng mit Licht und Dunkelheit verknüpft ist. Eine Stunde weniger Tageslicht macht für den menschlichen Organismus einen deutlichen Unterschied. Die Brancheninitiative licht.de empfiehlt in der dunklen Jahreszeit eine Beleuchtung, die sich am Vorbild des natürlichen Lichts orientiert: hell und kühl am Morgen, gedimmt und warmtonig am Abend.
Nicht nur eine Stunde auf der Uhr
Unsere innere Uhr wird täglich durch Tageslicht neu justiert: Spezielle Rezeptoren im Auge leiten Lichtsignale ans Gehirn weiter. Dort werden Schlaf und Wachsein, Herzfrequenz, Blutdruck und Stimmung gesteuert. Morgens regt Cortisol den Stoffwechsel an, Serotonin hebt die Laune, abends macht Melatonin müde. Durch die Zeitumstellung verschieben sich diese Abläufe – auch wenn der Wechsel ins Winterhalbjahr meist weniger belastend ist als der im Frühjahr.
Helle Helfer
Künstliches Licht kann die innere Uhr unterstützen: Helles, blauanteiliges Licht am Tag wirkt aktivierend, warmes und gedimmtes Licht am Abend hilft beim Abschalten. Dafür eignen sich Leuchten mit verstellbarer Helligkeit und Lichtfarbe, Lichtszenen oder ein Lichtwecker, der den Sonnenaufgang simuliert. Bei starkem Lichtmangel kann eine Tageslichtlampe helfen – sie sollte wegen ihrer hohen Helligkeit nur morgens genutzt werden.
Ein Trend in der professionellen Beleuchtung – etwa in Büros oder Gesundheitseinrichtungen – ist Human Centric Lighting (HCL). Das Beleuchtungskonzept ist auf die menschlichen Bedürfnisse fokussiert; dabei dirigiert ein Lichtmanagementsystem die Beleuchtung automatisch, damit sie dem Tageslicht ähnelt. Die Planung übernehmen Lichtdesigner.
Tatsächlich ist jedoch das natürliche Licht am besten: Tageslicht gibt es im Freien, ganz umsonst und in den höchsten Dosierungen. Sogar ein leicht bewölkter Himmel liefert noch deutlich mehr Lux als ein Therapiegerät. Ein täglicher Spaziergang am Vormittag hilft daher, Zeitumstellung und Winterblues besser zu überstehen.