Was passiert, wenn ein pädagogisches Experiment aus dem Ruder läuft? Dieser Frage geht das Junge Ensemble des Gymnasiums Mariengarden in seiner neuen Theaterproduktion „Die Welle“ nach.
Burlo. Mit einem eindrucksvollen Theaterprojekt startet das Junge Ensemble des Gymnasiums Mariengarden ins neue Jahr. Am Freitag, 23. Januar, hebt sich um 20 Uhr im Forum Mariengarden in Burlo der Vorhang
Wie viel Verantwortung hat der Einzelne?
für die Premiere des Stücks „Die Welle – Gruppendynamik außer Kontrolle“. Weitere Aufführungen folgen am 24. und 25. Januar, jeweils um 18 Uhr. Eine zusätzliche Vorstellung im Vennehof Borken ist geplant, Gastspiele im Rheinland befinden sich in Vorbereitung.
Schon in den vergangenen Jahren hat das Ensemble mit Musicals und anspruchsvollen Theaterproduktionen begeistert. Dieses Mal widmen sich die Schülerinnen und Schüler einem Stoff, der seit Jahrzehnten bewegt und zu Diskussionen anregt. Der Roman „Die Welle“ von Morton Rhue basiert auf einem realen Schulprojekt, das zeigen sollte, wie leicht Menschen sich von Disziplin, Gemeinschaft und Autorität mitreißen lassen.
Wenn Gemeinschaft zur Bewegung wird
Im Mittelpunkt steht der Lehrer Ben Ross, der seinen Schülern die Mechanismen von Gruppendruck und Macht verdeutlichen will. Was als harmloses Experiment beginnt, entwickelt bald eine Eigendynamik: Eine Bewegung entsteht, die das gesamte Schulleben erfasst. Regeln, Symbole und ein starkes Gemeinschaftsgefühl geben den Jugendlichen zunächst Halt – doch Schritt für Schritt schwindet die individuelle Freiheit.
Theater mit aktueller Botschaft
Das Ensemble besteht aus erfahrenen und neuen Darstellerinnen und Darstellern der Oberstufe und der zehnten Klasse. Musikalische Elemente verleihen der Inszenierung zusätzliche Dynamik. Die Regie übernimmt erneut Sascha Dücker, der mit diesem Stück den Blick auf ein zeitloses Thema richtet: die Verantwortung des Einzelnen in einer Gemeinschaft und die Gefahr unkritischer Gefolgschaft.
„Die Welle“ verbindet Spannung und Nachdenklichkeit – und zeigt eindrucksvoll, wie schnell der Wunsch nach Zusammenhalt in Machtstreben umschlagen kann.