Gemeinsam Vögel zählen macht am meisten Spaß!Foto: NABU/S. Hennigs
© NABU/Sebastian Hennigs
Münsterland. Wenn in klarer Winterluft das Vogelgezwitscher durch Gärten und Parks klingt, beginnt sie wieder: die „Stunde der Wintervögel“. Vom 9. bis 11. Januar laden der NABU und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) zur bundesweiten Mitmachaktion ein. Schon zum 16. Mal heißt es dann: Eine Stunde lang die heimischen Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park beobachten, zählen – und die Ergebnisse melden.
Die Aktion richtet sich an alle, die Freude an der Natur haben – Vorkenntnisse sind nicht nötig. Notiert wird, welche Vogelarten sich innerhalb von 60 Minuten zeigen und wie oft sie zu sehen sind. Ob Kohlmeise, Rotkehlchen, Grünfink, Spatz oder Amsel – jede Beobachtung zählt. Selbst wer keinen Garten hat, kann vom Fenster aus teilnehmen. Auch durchfliegende Vögel nehmen an der Zählung teil: Ein kurzer Flügelschlag über den Hof genügt.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist längst zu einer festen Größe im Jahreskalender vieler Naturfreunde geworden. Tausende Menschen zählen inzwischen regelmäßig mit und tragen so dazu bei, die Entwicklungen bei häufigen Arten im Siedlungsraum zu dokumentieren. Denn gerade über die Bestände der „Allerweltsvögel“ weiß man oft weniger als über seltene Arten. Durch die Vielzahl der Meldungen entsteht ein repräsentatives Bild – Abweichungen, etwa durch Wetter oder Zufall, gleichen sich aus.
Die Ergebnisse zeigen, welche Vogelarten in Städten und Dörfern besonders häufig sind und wie sich ihr Bestand im Laufe der Jahre verändert. Immer wieder liefern sie spannende Einblicke: So hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass einige klassische Zugvögel wie der Star oder der Zilpzalp zunehmend bei uns überwintern. Klimaveränderungen, Nahrungsangebot und die milden Winter spielen dabei eine Rolle.
Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist die Stunde nicht nur eine Zählaktion, sondern auch ein Moment der Entschleunigung. Eine Stunde lang draußen oder am Fenster zu sitzen, dem Zwitschern zu lauschen und die kleinen Besucher genau zu beobachten – das verbindet und schärft den Blick für die Natur vor der eigenen Haustür. Wer Lust bekommen hat, mitzumachen, findet auf www.stundederwintervoegel.de ausführliche Informationen, Bestimmungshilfen und das Online-Formular zur Eingabe der Ergebnisse. Dort gibt es außerdem Tipps zur richtigen Zählweise, zur Vogelfütterung und Hintergründe zur Auswertung der Meldungen.
Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und weit verbreitete Vogelarten. Foto: Frank Derer
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